Bis zum Himmel und zurück von Catharina Junk

 
biszumhimmel undzurueck Hardcover erschienen im März 2018
im Verlag: Rowohlt - Preis: 17,95 Euro
Belletristik (Liebe/Familie) - 352 Seiten
ISBN: 978-3-463-40694-7
Sprache: Deutsch



Informationen über die Autorin
Catharina Junk 
auf der Seite des Verlages Rowohlt



Meine Bewertung:
5star

Inhalt: Drama, Crime und Love-Stories. Als Drehbuchautorin kann Katja unzählige Leben leben, ohne selbst große Gefühle zu riskieren. Perfekt also. Okay, manchmal kommt Ratko vorbei, aber Liebe ist das eigentlich nicht. Doch als Katja eine Familienserie entwickeln soll, klappt es mit dem Schreiben plötzlich nicht mehr. Ihre eigene Familie ist nämlich ein Trümmerhaufen. Als sich dann ihre Mutter mit einer erschütternden Neuigkeit meldet, wie aus dem Nichts eine Halbschwester auftaucht und Katja ständig an Joost denken muss, kann sie sich nicht länger vor ihrer eigenen Geschichte verkriechen. Die muss nämlich dringend neu geschrieben werden…
Quelle: Verlag Rowohlt

Meine Meinung:
 Sehnsüchtig habe ich auf das zweite Buch von Catharina Junk gewartet, da ihr Debütroman Auf Null, bzw. als Taschenbuch unter dem Titel Liebe wird aus Mut gemacht erschienen, im letzten Jahr mein absolutes Lieblingsbuch war. Meine Erwartung wurde nicht enttäuscht. Es kommt für mich zwar nicht ganz an seinen Vorgänger heran, ist aber definitiv wieder ganz wunderbar und hat mich erneut überzeugt.

Katja ist Ende zwanzig und schreibt Drehbücher für TV-Serien. Zu ihrer Familie hat sie keinen Kontakt, es gab schlimme Ereignisse, die das Verhältnis zu ihren Eltern vor Jahren zerrüttet haben. Ratko ist nicht wirklich Katjas Freund, er kommt und geht wie er will, wirbelt mit seiner überdrehten Art alles durcheinander, lenkt Katja damit aber auch von ihrem tristen Alltag ab und gibt ihr das Gefühl gebraucht zu werden.. Ihre einzig wirklich enge Beziehung hat sie zu Alexa, ihre besten Freundin seid ihrer Jugend, die sie während einer stationären Therapie kennengelernt hat. 

Als Katja einen Anruf von ihrer Mutter aus der Toskana bekommt, die ihr mitteilt, dass ihr Vater nach einem Schlaganfall im Koma liegt, wird ihr Leben innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf gestellt. Für Katja steht fest, dass sie ihren Vater nicht besuchen wird, doch plötzlich steht ein Mädchen vor der Tür, welches behauptet ihre kleine Schwester zu sein. Jella ist hartnäckig, die kleine Halbschwester hat sich in den Kopf gesetzt Katja zu ihrem Vater ins Krankenhaus zu bringen, damit dieser wieder aufwacht. 

Wie soll Katja in diesem Durcheinander ein Konzept für eine neue Serie schreiben, eine renitente und dem Alkohol verfallene Hauptdarstellerin zufrieden stellen, und Ratko bei seinen Plänen alles hinzuwerfen und die Welt zu bereisen, unterstützen? Obendrein wirbelt Jellas großer Bruder Joost ihr Gefühlsleben auf. Er ist nicht nur in ihrem Alter, nein, er sieht auch einem von Katjas Lieblingsschauspielern sehr ähnlich und scheint obendrein sympathisch und zuverlässig zu sein. 

Catharina Junk hat ein weiteres Mal eine warmherzige Geschichte mit viel Humor und einem locker-leichten Schreibstil erzählt. Katjas Charakter ist nicht strahlend und wirkt eher gebrochen, und doch hab ich sie schnell ins Herz geschlossen, da sie sehr echt wirkt. Sie macht eine rasante Entwicklung durch, und ihre Unsicherheiten und Macken erklären sich durch die Kapitel, die in der Vergangenheit spielen und von der Zeit berichten, wo Katjas Familie noch intakt und vollständig war. 

Wunderschön sind die Anspielungen auf die Raumfahrt, für die Katjas Vater gearbeitet hat. Auch der Titel Bis zum Himmel und zurück erklärt sich dadurch schnell. Genau dieser Satz hat mir mir am Ende ein paar Tränchen abgerungen, als Katja ihn als Antwort auf eine wichtige Frage von Jella sagt. Das Buch ist zwar emotional, wirkt aber darin nicht überzogen, es gab für mich keinen Moment, wo ich das Gefühl hatte, dass die Autorin mit Macht versucht auf meine Tränendrüsen zu drücken. Es ist dramatisch, spannend, tiefsinnig und witzig, eine Geschichte über Schuldgefühle, Selbstzweifel und Neuanfängen. 

Mit diesem Buch hat sich Catharina Junk erneut in mein Herz geschrieben. Ich bin schon jetzt gespannt, was als nächstes von ihr erscheinen wird und freue mich riesig drauf. 


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an

vorablesen logo und rowohlt verlag

Fire & Frost - Vom Eis berührt von Elly Blake

 
fireandfrost Hardcover erschienen im Februar 2018
im Verlag: Ravensburger - Preis: 17 Euro
Jugend-Fantasy - 416 Seiten
ISBN: 978-3-473-40157-4
Sprache: Deutsch



Fire & Frost-Reihe (Teil 1)
weitere Erscheinungstermine sind noch nicht bekannt





4 5star

Inhalt: Ruby ist eine der letzten Firebloods im Reich des ewigen Eises - und eine Gejagte, denn der grausame Frostkönig sieht seine Macht durch sie bedroht. Ausgerechnet zwei Frostbloods gewähren ihr Zuflucht: ein Mönch und der geheimnisvolle Arcus. Sie wollen, dass Ruby mit ihrer Feuermagie den Eisthron des Königs zerstört. Während Ruby lernt, ihre Gabe richtig einzusetzen, schmilzt auch zwischen ihr und Arcus das Eis ...
Quelle: Verlag Ravensburger

Meine Meinung:
 Ein wirklich spannend und toll geschriebener Auftakt zu einer Fantasy-Trilogie. Ich bezeichne mich nicht als großen Fantsy-Fan, aber Fire & Frost - Vom Eis berührt hat mich mitgerissen, ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen und bin immer noch begeistert von der Welt aus Eis und Feuer, die die Autorin Elly Blake recht lebhaft beschrieben hat. 

Ruby ist eine sogenannte Fireblood, das Feuer ist ihr Element, welches sie jedoch kaum kontrollieren und trainieren kann, da sie versteckt im Reich des Frostkönigs lebt. Niemand darf von ihrer Existenz wissen, sie lebt mit ihrer Mutter abseits der anderen Menschen und geht heimlich in den Wald, um ihre Gabe auszuprobieren. Ruby hat schwarze anstatt roter Haare, ein Merkmal und Hinweis darauf, dass sie sich von anderen Firebloods unterscheidet, was sich im weiteren Verlauf der Geschichte erklärt. 

Eines Tages werden Ruby und ihre Mutter von den Soldaten des Frostblood-Königs aufgespürt. Dieser lässt alle Firebloods verfolgen, da sie mit ihrer Gabe eine große Gefahr für ihn und seinen Frost-Thron darstellen. Ruby Mutter wird brutal getötet, während Ruby in den Kerker geworfen wird. Nach einiger Zeit voller Demütigungen und Misshandlungen wird sie von dem Frostblood Arcus und Bruder Thristle, einem Mönch, aus ihrem Gefängnis befreit. Die Frostbloods wollen mit Hilfe von Ruby den Eisthron zerstören, müssen jedoch bald erkennen, dass die junge Fireblood kaum Kontrolle über ihr Feuer hat, und sich zudem als sture und widerspenstige Schülerin erweist. In der Abtei, in der sie von Arcus und Bruder Thristle versteckt wird, soll sie lernen mit ihrer Gabe umzugehen, muss jedoch mit der Angst leben, von den Soldaten des Frostkönigs aufgestöbert zu werden, denn nicht jeder in ihrem Versteck ist ihr wohlgesonnen. 

Während Bruder Thristle und Arcus mit Ruby trainieren, beginnt sich Ruby zu dem jungen und geheimnisvollen Frostblood hingezogen zu fühlen. Doch Arcus, der sein Gesicht stets unter einer großen Kapuze verbirgt, hat selbst Schlimmes erlebt. Er versucht nicht nur seine Narben, sondern auch seine Herkunft zu verbergen. Und trotz des großen Widerspruches, dass Feuer und Frost sich eigentlich feindselig gegenüber stehen, beginnt es zwischen Ruby und Arcus zu knistern. Doch dann wird Ruby plötzlich verschleppt und muss ihre Fähigkeiten viel früher unter Beweis stellen, als es vorgesehen war. Um ihr mächtiges Feuer zu entfachen und zu überleben, nutzt sie nicht nur den Hass auf den Frostkönig, auch eine dunkle Macht kommt Ruby zu Hilfe, die ihr jedoch gleichermaßen gefährlich wird...

Zum Glück endet dieses Buch zwar furios, aber nicht mit einem allzu großen Cliffhanger. Trotzdem bin ich natürlich sehr gespannt, wie es mit Ruby und Arcus weitergehen wird. Dieser erste Teil von Fire & Frost hat mich gleich mit seinem leichten Schreibstil in die Geschichte eingesogen. Es ist sehr kurzweilig und die Frostwelt so lebendig ausgemalt, dass die Atmosphäre kalt und auch recht düster schnell auf mich übergesprungen ist. Elly Blake hat eine außergewöhnliche Kulisse erschaffen, eine eisige Landschaft, in der Ruby als Fireblood nahezu exotisch anmutet. Viele interessante Charaktere vervollständigen die Erzählung, doch immer steht Ruby im Mittelpunkt, und das junge Feuer-Mädchen macht im Laufe der Geschichte eine starke Entwicklung durch. 

Für mich, die ich doch eher selten Fantasy-Bücher lese, und zumeist dabei auf Vampire treffe, war Fire & Frost eine tolle Abwechslung. Die Idee einer Welt aus Eis, und deren Charaktere, hauptsächlich Frostbloods, gefällt mir sehr gut. Ich bin neugierig, ob sich die Fortsetzungen irgendwann auch in das Land der Firebloods bewegen, und ich als Leserin auf weitere Träger Rubys Gabe treffen werde. 

Märchenwald von Martin Krist

 
maerchenwald Taschenbuch erschienen im August 2016
im Verlag: Ullstein - Preis: 9,99 Euro
Thriller - 416 Seiten
ISBN: 978-3-548-28764-5
Sprache: Deutsch

Paul Kalkbrenner-Reihe (Teil 5)
Wut (1)
Gier (2)
Trieb (3)
Engelsgleich (4)

Besucht auch die Homepage des Berliner Autoren,
um mehr über seine Bücher zu erfahren:
Martin Krist

5star

Inhalt: Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. "Seid still", sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. "Geht zu Opa ...", hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.
Quelle: Ullstein Buchverlage

Meine Meinung:
 Warum warte ich eigentlich immer so sehnsuchtsvoll und lange auf den neusten Teil meiner Lieblings-Thriller-Reihe von Chris Carter, wenn ich noch längst nicht alle Bücher von Martin Krist gelesen habe? Das war tatsächlich mein erster Gedanke, als ich vorhin die letzten ca. 100 Seiten von Märchenwald ausgelesen habe. Und warum zum Teufel, fange ich nicht von vorne an, denn dies ist der fünfte Band der Reihe um den Ermittler Paul Kalkbrenner, den ich damit zum ersten Mal kennengelernt habe. Soweit ich das beurteilen kann, sind die Bücher auch einzelnd zu lesen, dennoch hätte ich gerne mehr über die Vorgeschicht von Kalkbrenner gewusst, denn sein Privatleben spielt eine interessante Nebenrolle. 

Die Geschichte ist von der ersten Seite an spannend. Abwechselnd werden drei Stränge der Story erzählt, da ist zum einen Zoé, eine junge Frau, die ohne Erinnerungen irgendwo in Berlin aufwacht und schnell begreift, dass man hinter ihr her ist. Was genau passiert ist weiß sie nicht, doch sie ist auf der Flucht und ahnt bald, dass Schreckliches geschehen sein muss. Das wird auch dem Mordermittler Paul Kalkbrenner bald klar, als man durch Zufall in der Wohnung eines toten Mannes säuberlich verpackte Leichenteile in der Truhe findet. Und dann sind da noch die Geschwister Max und Ellie, die von ihrer Mutter im Schrank versteckt werden, während sich in der Wohnung etwas zuträgt, was der Zehnjährige und seine grade mal vier Jahre alte Schwester nicht begreifen. Doch sie sollen zu Opa gehen, soviel haben die verwirrten und verängstigen Kinder verstanden. Schon bald befinden sie sich auf Irrwegen in Berlin, bis Max völlig überfordert und verzweifelt auch noch die kleine Elli verliert...
Dass diese Geschichten irgendwie miteinander zu tun haben müssen, habe ich schnell gespürt, war aber bis zum letzten Drittel noch recht ahnungslos, was diese Menschen miteinander zu tun haben.

Martin Krist hat diese Stränge interessant ineinander verwoben, ohne, dass es schwierig wird das Ganz zu verstehen. Sein Schreibstil ist unkompliziert und er hat es geschafft, dass fast jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger endet, und man immer nur weiterlesen will. Ich konnte das Buch kaum weglegen und war gradezu sauer, als die Uhr mir gestern angezeigt hat, dass es Zeit für die Arbeit wird. 

Fazit: Super-spannend, intelligent aber trotzdem leicht zu lesen. Ein Buch, welches mich atemlos zurück gelassen hat, und welches ich am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte. Der Thriller-Autor Martin Krist muss sich definitv nicht hinter großen, internationalen Namen verstecken. 

Das Leben fällt, wohin es will von Petra Hülsmann

Taschenbuch erschienen im Mai 2017
ISBN: 978-3-404-17522-2
Preis: 10 Euro
auch erhältlich als eBook
Einzelband
 

Seiten: 511
Genre: Belletristik / Liebe

Verlag: Bastei / Lübbe
Sprache: Deutsch


dasleben faelltwohineswill
 

Inhalt
: Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, solltest du besser nicht den Kopf hängen lassen
Party, Spaß und Freiheit – das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das – Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat Marie ja mal so überhaupt keinen Bock, und auf ihren neuen "Chef", den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während sie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten erwartet – zum Beispiel die Liebe ...
Quelle: Verlag Bastei / Lübbe

Verlagseite des Buches

Meine (Kurz-) Meinung: Nach Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen und Glück ist, wenn man trotzdem liebt habe ich viel erwartet von diesem aktuellen Buch der Autorin Petra Hülsmann. Leider hatte ich dann aber arge Startschwierigkeiten mit Das Leben fällt, wohin es will und war kurz davor es abzubrechen. Die Hauptprotagonistin Marie war mir von Anfang an total unsympathisch, was sich später zwar etwas geändert hat, aber dicke Freundinnen sind wir definitiv nicht geworden. Sie ist zu Beginn der Geschichte total oberflächlich und gleichgültig, es geht ihr nur um Spaß, Party und Sex ohne Gefühle. Damit hat sie meine Nerven total strapaziert und zum Abzug eines Punktes geführt. 

Abgesehen von den genannten, für mich sehr negativen Punkt, konnte mich das Buch mit seinem Witz, seiner Leichtigkeit und den ansonsten tollen Charakteren super unterhalten, so dass ich am Ende gut versöhnt war. Spätestens, als Marie sich zwar chaotisch, aber auch sehr liebevoll um ihre an Krebs erkrankte Schwester und deren Kinder kümmert, bin ich auch mit ihr etwas warm geworden. Es gibt also auch eine etwas tragische Seite, Christines Krankheit spielt mit ihren schlimmen Aspekten eine Rolle, und auch Marie hat in ihrer Vergangenheit nicht so Schönes erlebt, was ihr Verhalten ansatzweise erklärt.

Insgesamt wieder ein tolles Buch der Autorin, wobei ich besonders nach dieser Geschichte nicht gleich zum nächsten Werk dieser Art greifen konnte, von Marie musste ich mich erstmal erholen. ;o)

4star

Und es schmilzt von Lize Spit

Hardcover erschienen im August 2017
ISBN: 978-3-10-397282-5
Preis: 22 Euro
auch erhältlich als eBook
Einzelband
 

Seiten: 512
Genre: Gegenwartsliteratur

Verlag: Fischer
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Helga van Beuningen

Originaltitel: Het smelt

und esschmilzt
 
Inhalt: Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt.
Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit.
Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt Eva zurück in ihr Dorf – mit einem großen Eisblock im Kofferraum.
Quelle: Fischer Verlage

Verlagseite des Buches

Ein kurzes Fazit: Eine Inhaltsangabe, die mich sehr neugierig gemacht hat, und viele positive Stimmen zu Und es schmilzt haben mich dazu gebracht, das Buch schnell lesen zu wollen. Um meinen Eindruck, ca. zwei Wochen nach Beenden des Buches, in wenige Worte zu fassen muss ich sagen, es ist trostlos, düster und tragisch. Die Geschichte um Eva, ihrer Familie und ihren "Freunden" kriecht einem als Leser kalt in die Knochen, zwischen den Zeilen schreit es geradezu stumm, denn vieles wird nicht wirklich erklärt, aber man spürt es. 

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, er ist atmosphärisch und hat mich die Tristesse spüren lassen. Die Geschichte spielt einmal in der Gegenwart, wo Eva sich auf den Weg in ihr Heimatdorf macht und einen Eisblock vorbereitet, den sie im Kofferraum mit sich nimmt. Warum sie das tut wird erst spät klar, aber die vielen Rückblicke in die Vergangenheit machen es nach und nach deutlich, wenn auch erst ganz am Ende die Bombe platzt. 

Das Buch ist meiner Meinung nach ein Mahnmal und sehr verstörend und erschreckend. Es handelt von einer trostlosen Kindheit, die Evas Leben geprägt und ihre normale Entwicklung verhindert hat. Im Ganzen hat es mir sehr gut gefallen, konnte mich jedoch leider nicht ganz packen. Besonders eine Szene ist so schrecklich, dass ich kaum weiterlesen konnte, aber so morbide es sich anhört, ich hatte mehr erwartet. Es baut sich etwas sehr Erdrückendes im Laufe der Geschichte auf, doch dieser Druck wird nicht wirklich abgelassen für mich. Vielleicht empfinde ich es auch so, da ich einen großen Gerechtigkeitssinn habe, und dieser nicht wirklich befriedigt wird. 

Ich kann gut verstehen, dass dieses Buch sehr unterschiedlich empfunden und bewertet wird. Ich selbst finde es lesenswert, die Autorin hat einen Schreibstil, der mich beeindrucken konnte. Ich würde auf jeden Fall ein weiteres Werk von ihr lesen wollen, auch wenn mir bei Und es schmilzt noch etwas gefehlt hat. 

3 4star

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