Abgebrochen: Sweetbitter von Stephanie Danler

Hardcover erschienen im April 2017
ISBN: 978-3-351-03672-0
Preis: 21,95 Euro
auch erhältlich als eBook
Einzelband
 

Seiten: 416
Genre: Belletristik

Verlag: aufbau
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Sabine Kray


sweet bitter
Inhalt: Eigentlich wollte Tess nicht Kellnerin werden. Sie wollte ihrer provinziellen Herkunft entkommen, in die Großstadt eintauchen und endlich herausfinden, wofür sie geschaffen ist. Doch dann landet sie in einem edlen New Yorker Restaurant und es ist wie der Eintritt in ein neues Universum, in dem ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen, in dem der falsche Wein im falschen Moment zum Verhängnis werden kann. Oder die Ignoranz gegenüber der Einzigartigkeit einer Auster.
Sweetbitter ist ein großer Roman über den Genuss und die Obsession – darüber, dass man manchmal besessen sein muss, um wirklich genießen zu können.
Quelle: Aufbau-Verlag

Verlagseite des Buches

Meine Meinung: Dieses Buch hat mich auf Grund seines Covers und der Inhaltsangabe sehr neugierig gemacht. Anfangs musste ich mich an den Schreibstil etwas gewöhnen, hab ihn dann aber als richtig gut empfunden. Die Autorin versteht es, eine dichte und interessante Atmosphäre zu schaffen, ich hatte das Gefühl, im Restaurant dabei zu sein und konnte mir alles sehr gut und lebhaft vorstellen. 

Warum ich das Buch dennoch abgebrochen habe? Es geht einach nicht voran, bzw. fehlt mir die Entwicklung. Tess zieht nach New York und wird Kellnerin in einem edlen Restaurant. Sie muss sich dort einarbeiten, was gar nicht so einfach ist. Es gibt eine Art Hirarchie, sie muss sich erstmal beweisen, was schwere Arbeit ist. Außerdem kennt sie die Beziehungsstrukturen unter den Kellnern, Küchenhilfen usw. noch nicht. Spät am Abend, nach Feierabend, sitzen die Angestellten des Hauses oft noch bis in die Nacht hinein zusammen oder gehen in eine Bar. Es wird viel Alkohol getrunken und auch gekifft. 

Die Art, wie das Geschehen beschrieben wird, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Wie schon gesagt, ich hatte das Restaurant vor Augen, die Hektik, die Essensdüfte, und natürlich auch die Bar, an denen Drinks und Cocktails gemixt werden und teurer Wein ausgeschenkt wird. Doch leider ging es für mich überhaupt nicht weiter, die Atmosphäre ist wirklich toll, aber die Figuren blieben mir total fremd, bzw. habe ich für niemanden Sympathie empfinden können, da ich viel zu wenig hinter ihre Kulissen gucken konnte. Es bleibt sehr oberflächlich und ich konnte wirklcih kein bisschen erahnen, wohin die Geschichte steuert. Zwei Wochen lang hab ich versucht mich durch zu quälen, dann hab ich es, nach etwas mehr als der Hälfte aufgegeben. Ich wollte es wirklich beenden, aber ich hätte sicher den ganzen Mai daran vertrödelt. 

Das Buch bekommt trotz des Abbruchs noch zwei Punkte von mir, da die Szenerie super und auf tolle Art vor meinen Augen aufgebaut wurde. Ich glaube, mir hätte das als Kurzgeschichte besser gefallen, aber auch dann hätte es noch etwas mehr Tiefgang haben können. 

2star


Danke an den
aufbau verlag 
für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Du erinnerst mich an morgen von Katie Marsh

Paperback erschienen im April 2017
ISBN: 978-3-453-29190-4
Preis: 12,99 Euro
auch erhältlich als eBook
Einzelband
 

Seiten: 432
Genre: Belletristik

Verlag: Diana / RandomHouse
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Angelika Naujokat

Originaltitel: A life without you

du erinnerstmichanmorgen
 
Inhalt: Zoe will gerade die Zukunft mit ihrer großen Liebe Jamie beginnen, als sie ihre Vergangenheit einholt. Kurz vor der Trauung erreicht sie der Hilferuf ihrer Mutter, mit der sie seit Jahren nicht gesprochen hat. Ohne nachzudenken verlässt Zoe die eigene Hochzeit und findet eine veränderte Mutter. Die Neuigkeit trifft sie mit voller Wucht: Gina ist mit gerade mal Anfang fünfzig an Alzheimer erkrankt. Der Alltag wird bedrohlicher, die Versöhnung mit ihrer Tochter immer dringlicher. Zoe will Gina beistehen, ist aber auch damit konfrontiert, dass Jamie sie nach der geplatzten Hochzeit verlassen hat. Ist er bereit, ihr eine zweite Chance zu geben? Und können Mutter und Tochter die Vergangenheit überwinden, jetzt da Gina ihre Erinnerung langsam, aber unaufhaltsam verliert?
Quelle: Verlag Diana / RandomHouse

Verlagseite des Buches

Meine Zusammenfassung: Eine Mutter-Tochter-Geschichte geprägt von der frühen Erkrankung der Mutter an Demenz. Ein sehr interessantes und tragisches Thema, welches mich nicht nur deshalb interessiert, da ich beruflich selbst nicht selten mit dementen Patienten zu tun habe. 

Die Geschichte beginnt kurz vor der Hochzeit von Zoe und Jamie. Die Gesellschaft wartet bereits auf das Brautpaar, doch kurz bevor es losgeht, verlässt Zoe den Ort des Geschehens, da sie einen Hilferuf von ihrer Mutter bekommen hat, zu der sie zehn Jahre keinen Kontakt hatte. Gina scheint total verwirrt, sie wird bei der Polizei festgehalten, da sie angeblich etwas geklaut haben soll. Zoe, die ihre Mutter nach langer Zeit wieder gegenüber steht stellt fest, dass diese sehr verwirrt ist. Zoe kümmert sich um ihre Mutter und nimmt sie sogar bei sich auf, da es unmöglich scheint, dass Gina alleine lebt. Gina leidet an einer frühen Form von Alzheimer, was es unmöglich macht, die schwierige Vergangenheit zwischen Mutter und Tochter aufzuarbeiten. Doch später tauchen Briefe auf, Gina hat Zoe fast jedes Jahr an ihrem Geburtstag eine Nachricht geschrieben, anfangs sehr liebevoll während Zoes Kindheit, später auch geprägt von Verzweiflung über das Zerwürfnis der Beiden. 

Diese Briefe tauchen im Buch bereits von Anfang an auf. Es gibt immer abwechselnd ein Kapitel aus der Gegenwart und dann wieder einen der Briefe in chronologischer Reihenfolge. Nach und nach habe ich als Leserin erfahren, was zum Streit zwischen Gina und Zoe geführt hat, und welche tiefgreifenden Ereignisse das Leben der beiden Frauen geprägt haben. 

Meine Meinung: Für mich war es das erste Buch von Katie Marsh und ihr Schreibstil hat mir gleich gefallen. Du erinnerst mich an Morgen ist eine warmherzige Geschichte, die aber auch traurig, dramatisch und ein bisschen lustig daher kommt. Es geht hauptsächlich um das Verhältnis von Zoe zu ihrer Mutter Gina, aber auch um ihre jeweils ganz eigenen Geschichten die zu dem geführt haben, was die beiden Frauen heute sind. 

Zoe und Jamie wollen heiraten, doch seit einem traurigen Ereignis, welches eng verknüpft ist mit Dingen, die in Zoes Vergangenheit passiert sind, läuft es in der Beziehung der Beiden nicht mehr rund. So kann es nicht nur Ginas Hilferuf sein, der Zoe dazu bringt, von ihrer eigenen Hochzeit zu fliehen. Zoe liebt Jamie, einerseits kann sie verstehen, dass er nach der geplatzten Hochzeit Distanz will und die Beziehung gescheitert scheint, doch andererseits möchte sie ihn zurück und um ihre Liebe kämpfen. 

Während die Probleme von Zoe und Jamie für mich einen Sinn ergeben, kann ich nicht ganz verstehen, dass es zwischen Zoe und ihrer Mutter Gina zehn Jahre lang keinen Kontakt gibt. Ich mag Zoe, aber ihre Haltung Gina gegenüber empfinde ich als extrem stur und kindisch. Dass sie als Jugendliche sauer auf ihre Mutter ist und trotzig reagiert, das kann ich verstehen, aber sie ist inzwischen erwachsen geworden, hat eine eigene Firma auf die Beine gestellt und pflegt guten Kontakt zu ihrer jüngeren Schwester Llly. Ich bin der Meinung, dass sie als erwachsene Frau vernünftiger über das hätte nachdenken müssen, was zu dem Bruch zwischen ihr und Gina geführt hat, es hätte längst eine Versöhnung stattfinden können. 

Am Ende der Geschichte überschlagen sich die Ereignisse ein bisschen zu sehr für meinen Geschmack. Es wirkt, als hätte die Autorin den Rest in zu wenig Seiten unterbringen müssen, wodurch ich ein paar Wendungen und Auflösungen nicht wirklich gut nachvollziehen konnte. Mir hat das Ende zwar gefallen, aber auf dem Weg dorthin hatte ich das Gefühl, in einer Art Schnelldurchlauf zu stecken. 

Trotz meines leichten Unverständnisses für einen Teil der Geschehnisse hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, weitere Bücher der Autorin Katie Marsh zu lesen, z.B. das im Jahr 2016 erschienene Die Liebe ist ein schlechter Verlierer

4star


Vielen Dank an die
randomhouse
für das schöne Rezensionsexemplar!

Mein Herz ist eine Insel von Anne Sanders

Paperback erschienen im März 2017
ISBN: 978-3-7645-0593-6
Preis: 14,99 Euro
auch erhältlich als eBook
Einzelband
 

Seiten: 384
Genre: Belletristik

Verlag: blanvalet / RandomHouse
Sprache: Deutsch



meinherz isteineinsel
 
Inhalt: Isla Grant ging es schon mal besser. Ohne Wohnung und ohne Job bleibt ihr keine andere Wahl, als nach Hause zurückzukehren, nach Bailevar, eine winzige Insel an der rauen Westküste Schottlands. Und das, obwohl sie kaum Kontakt zu ihrer Familie hat. Als sie auch noch ausgerechnet ihre Jugendliebe Finn wiedertrifft, sind alle unliebsamen Erinnerungen zurück. Ihr einziger Lichtblick ist die alte Dame Shona, die wie keine andere Geschichten erzählt, besonders gern die Legende von der verschwundenen Insel. Doch schon bald erkennt Isla, welch tragisches Geheimnis Shona zu verbergen versucht. Und auch ihre eigene Vergangenheit holt Isla unaufhaltsam ein ...
Quelle: Verlag blanvalet / RandomHouse

Verlagseite des Buches

Meine Meinung: Letztes Jahr war mein ganz großes Highlight Sommer in St. Ives, weshalb ich es natürlich nicht erwarten konnte das neue Buch Mein Herz ist eine Insel von Anne Sanders zu lesen. Als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe, hat das meine Vorfreude nochmal gesteigert, ich finde es einfach nur wunderschön. Es ist maritim und so frisch und sommerlich, was zwar nicht so ganz zu meiner Vorstellung einer schottischen Insel passt, aber dennoch als Schmuckstück im Regal sehr willkommen ist. 

Isla Grant steht vor einem Scherbenhaufen. Nach zehn Jahren trennt sich die 32jährige von ihrem Freund und flüchtet von Edinburgh zurück auf ihre kleine Heimatinsel Bailevar, wo ihr Vater und ihre beiden Brüder leben. Zum ersten Mal nach sechs Jahren, betritt Isla den Boden eines Ortes, an dem sie eigentlich nicht zurück kehren wolle, doch wohin soll sie gehen ohne Job und Wohnung? Im Gegensatz zu ihrem Bruder Will, der Isla mit offenen Armen empfängt, scheint ihr Vater wenig erfreut seine Tochter wieder zu sehen. Der brummige Fischer wirkt abweisend und schroff, was sich jedoch erklärt, je mehr man über die Familien-Geschichte der Grants erfährt. Islas Mutter Caitriona hat die Insel vor Jahren verlassen und ihren Mann mit den noch kleinen Kindern zurück gelassen. Isla ist ihr mit den roten Haaren und der blassen Haut wie aus dem Gesicht geschnitten.

Auf Bailevar lebt auch Finn, die Jugendliebe von Isla, der inzwischen ein sehr angesagtes Restaurant führt, das viele Touristen für Tagesausflüge auf die ansonsten karge und eher unbelebte Insel lockt. Ihm zu begegnen, damit hat Isla nicht gerechnet. Finn hat bis vor einiger Zeit in einem Restaurant in London als Koch gearbeitet, dass er inzwischen zurückgekehrt ist, davon hat sie nichts mitbekommen. Wie auch, wo sie nahezu alle Verbindungen zu ihrer Heimat gekappt hatte.

Ein weiterer, erfrischend toller Charakter ist Shona. Die alte Dame geht stramm auf die 90 zu, ist aber noch sehr quirlig und vertritt recht moderne Ansichten. Zu ihr hatte Isla immer ein gutes und enges Verhältnis, und so ist es kaum verwunderlich, dass die zwei Frauen bald aufeinander treffen. Shona gibt der Geschichte eine interessante und liebenswerte Facette, aber auch ihre eigene Geschichte wird dramatische und einschneidende Wendungen nehmen.

Es dauert nicht lange, bis Isla und Finn aufeinander treffen und als Leserin hab ich schnell gespürt, dass die alten Gefühle noch vorhanden sind und es knistert. Doch Isla ist ein sturer und anstrengender Charakter, zum Einen kann sie sich eine Zukunft auf der Insel, auf der sie damals geflüchtet ist, weil sie sich eingeengt gefühlt hat, gar nicht vorstellen, und zum Anderen hat Finn eine Freundin. 

Ich bin ein bisschen zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Es hat mir gefallen, Anne Sanders schreibt so wunderbar leicht und lebhaft, dass ich mir den fiktiven Ort des Geschehens, die schottische Insel Bailvevar, sehr gut vorstellen konnte. Für mich ein traumhafter Ort: tolle Natur, das Meer, alles etwas ruppig und liebevoll verschrobene Einwohner. Schon deshalb konnte ich mich leider so gar nicht mit Isla identifizieren, denn sie steht ihrer Heimat recht abweisend gegenüber und wollte eigentlich nie dorthin zurück kehren. Ich kann nicht sagen, dass ich sie so gar nicht mag, aber ihre unnahbare und etwas schwierige Art hat es mir schwer gemacht, sie wirklich ins Herz zu schließen. Da hatte es Finn eindeutig leichter bei mir, ihn konnte ich schnell als richtigen Traumtypen vorstellen und hatte zwischenzeitlich den Gedanken, dass Isla ihn gar nicht verdient. 

Die Geschichte hat ein paar spannende und interessante Nebenstränge, nach und nach habe ich von den Gründen für die abweisende Art von Islas Vater erfahren, und was hinter dem frühen Verschwinden von Caitriona steckt. Einen besonders dramatischen Verlauf nimmt Shonas Leben, die alte Frau muss sich ihrer Vergangenheit stellen, die ein großes und trauriges Geheimnis verbirgt. 

Mein Herz ist eine Insel hat mich wieder gut unterhalten, aber nicht gänzlich in seinen Bann ziehen können, dafür hat mir Isla als wichtigste Figur der Geschichte nicht gut genug gefallen. Ich konnte mich nicht richtig in sie hinein versetzen und sie ist mir nicht nah gekommen. 

Trotzdem kann ich das Buch empfehlen, es lässt sich flüssig lesen und entführt an die wunderschöne schottische Küste. Eine Familien- und Liebesgeschichte mit Spannung und vielen Geheimnissen. Ich freu mich schon jetzt auf ein weiteres Buch der tollen Autorin, die ich erst kürzlich für mich entdeckt habe. 

4star


Vielen Dank für das schöne Rezensionsexemplar!
randomhouse
 

Dark Mafia Prince von Annika Martin

ebook erschienen im April 2017
ISBN: 978-3-7363-0522-9
Preis: 4,99 Euro

Teil einer Serie
 

Seiten: 331
Genre: Liebe

Verlag: Lyx / Bastei Lübbe
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Anita Nirschl

Es handelt sich um den ersten Teil der Dangerous-Royals-Reihe

dark mafiaprince
 
Inhalt: Alle fürchten die schlafenden Könige - und jetzt sind sie aufgewacht!
Aleksio Dragusha sollte die Welt zu Füßen liegen. Zusammen mit seinen Brüdern sollte er eines Tages über die Mafia in Chicago herrschen, doch stattdessen musste er mit neun Jahren hilflos mitansehen, wie seine Eltern ermordet und seine Brüder verschleppt werden. Getrieben von Rache hat er nur einen Wunsch: seine Brüder zu vereinen und sein rechtmäßiges Erbe anzutreten! Um den Mann zu stürzen, der ihm alles genommen hat, entführt er das Einzige, was Aldo Nikolla wichtig ist: Dessen Tochter Mira, Aleksios beste Freundin aus Kindertagen. Er ist fest entschlossen, sie zur Rettung seiner Brüder zu opfern, doch als sie sich nach all den Jahren wieder gegenüberstehen, ist da mehr als nur Vertrautheit in Miras Blick. Es ist ein Verlangen, so stark und unstillbar, dass ihm keiner von beiden standhalten kann ...
Quelle: Verlag Lyx / Bastei Lübbe

Verlagseite des Buches

Meine Meinung: Ich mag Geschichten mit düsteren Charakteren, Spannung und einer guten Portion knisternder Erotik. Dark Mafia Prince spielt im Milieu der Mafia. Aleksio Dragusha hat seine Eltern mit bereits neun Jahren verloren. Brutal wurden sie von Aldo Nikolla vor seinen Augen ermordet, einem vermeintlich guten Freund der Familie. Aleksios jüngere Brüder Victor und Kiro wurden entführt und weit voneinander entfernt untergebracht. Dass die drei sich wieder finden, wollen Nikolla und sein Clan mit allen Mitteln verhindern, denn es gibt eine Prophezeiung, die besagt, dass die drei Brüder zusammen unbesiegbar sind und sich das wiederholen werden, was ihren Eltern von Nikolla genommen wurde, die Vorherrschaft in Chicagos Untergrund. 

Vor einiger Zeit hat Aleksio bereits Victor aufgespürt. Nun wollen die beiden gemeinsam auch ihren jüngsten Bruder Kiro wiederfinden, was sich als äußerst schwierig erweist. Um an Hinweise zu gelangen, entführen sie mit ihrem Clan die Tochter von Aldo Nikolla. Mira war in Kindertagen eine enge Freundin von Aleksio und zwischen ihnen beginnt es schnell zu knistern. Die aufflammenden Gefühle behindern allerdings das Vorhaben der Dragusha-Brüder, Mira als Druckmittel gegen ihren Vater zu benutzen. 

Auch wenn Mira sich zu Aleksio ebenso hingezogen fühlt wie er sich zu ihr, versucht sie zu fliehen, was bald darauf ein großes und sehr gefährliches Chaos mit sich bringt. 

Hier hat mich eher der Inhalt als das Cover angesprochen, Bücher dieses Genres sehen meiner Meinung nach in der letzten Zeit recht ähnlich aus und so kann auch Dark Mafia Prince kaum hervorstechen. Das Buch lässt sich dank einer guten Portion Spannung und einem flüssigen Schreibstil gut lesen, ansonsten bin ich leider ein bisschen enttäuscht. Ich habe die Geschichte als recht oberflächlich empfunden und konnte auch die Gefühle zwischen den Figuren kaum nachvollziehen, da bei mir kein Funke übergesprungen ist. Ein bisschen kam mir das Ganze wie gewollt aber nicht so ganz gekonnt oder auch ausgefeilt vor, besonders die Liebes- und Erotik-Szenen hab ich als grob und abgehackt empfunden, sowas hab ich schon um ein vielfaches besser gelesen. 

Die beiden weiteren Teile der Reihe werden sich einmal hauptsächlich mit Victor befassen, den Bruder, den Aleksio bereits wieder gefunden hat, und Kiro, den man als Leser des ersten Buches noch nicht kennen gelernt hat, da die Suche nach ihm, trotz heißer Spur bisher erfolglos geblieben ist. Ich persönlich werde mich an dieser Stelle ausklinken, mich konnte Dark Mafia Prince zwar einigermaßen unterhalten, aber nicht so überzeugen, dass ich wissen möchte, wie es weitergeht mit den Dragusha-Brüdern. 


3star


 Am 4. Mai erscheint die Fortsetzung Wicked Mafia Prince, und am 1. Juni bereits der dritte und letzte Teil Wild Mafia Prince.
wicked mafiaprincewild mafiaprince


 Vielen Dank an
 vorablesen logo
für das Rezensionsexemplar!

Der letzte Überlebende von Sam Pivnik

Hardcover erschienen im März 2017
ISBN: 978-3-806-23478-7
Preis: 19,95 Euro
Einzelband
 

Seiten: 304
Genre: Wahre Geschichte

Verlag: Theiss
Sprache: Deutsch
Übersetzer: Ulrike Strerath-Bolz

Originaltitel: Survivor

der letzteueberlebende
 
Beschreibung: Holocaust-Überlebender Sam Pivnik lebte mit seiner Familie in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Sam war gerade mal 13 Jahre alt, als die Nazis in Polen einmarschierten. Während das Städtchen ein Ghetto wurde, war der Junge, der damals noch »Szlamek« hieß, mittendrin. Er überlebte, auch den Todesmarsch nach Auschwitz, die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Schiffbruch auf der Cap Arcona. All das erlebte Sam in den kurzen Jahren seiner Kindheit und Jugend. Vierzehn Mal entging er dem Tod. Am Ende war er der einzige Überlebende seiner Familie.

Der Krieg ließ keine Möglichkeit, an ein Morgen zu denken. Und wen interessierte nach dem Krieg das Gestern? Am Ende seines unglaublichen Lebens gelingt es Pivnik, einem der letzten Überlebenden von Auschwitz, darüber zu sprechen.
Quelle: Verlag Theiss

Verlagseite des Buches

Meine Meinung: Ich habe selten ein Buch gelesen, welches mich so nachhaltig bewegen konnte. Sam Pivnik beschreibt die grausamen Jahre in der Gefangenschaft in Ausschwitz sehr objektiv und ohne viel Selbstmitleid, und trotzdem schreit die Gewalt und das Unerträgliche nur so aus den Seiten von Der letzte Überlebende. Meine Angst, dass das Buch recht "trocken" und somit zäh zu lesen ist, war gleich nach den ersten Seiten verflogen. Der Autor schreibt interessant und flüssig, und auch, wenn ich es mit Jahreszahlen und den vielen Ortsnamen nicht so habe, konnte ich dem Geschehen sehr gut folgen.

Ich wollte das Buch lesen, weil ich viel zu wenig über diese dunkle deutsche Vergangenheit weiß und der Meinung bin, dass sie nie vergessen werden darf. Natürlich sind wir eine andere Generation, aber dennoch gehört es nun mal zu Deutschland und ich kann es nicht hören, wenn mir jemand mal wieder sagt: "Das muss man doch jetzt langsam mal ruhen lassen." Nein, man darf es nicht ruhen lassen, schon gar nicht in einer Zeit, wo Flüchtlings-Unterkünfte angegriffen werden und Menschen wieder gehäuft wegen ihrer Herkunft oder Religion angegriffen werden. 

Sam Pivnik wurde 1926 in Polen, in der Stadt Bedzin geboren. Er ist Jude, sowie ein großer Teil der damaligen Einwohner. Anfangs spielt der Glaube seiner Familie in vielen Bereichen keine Rolle, Juden wie Nicht-Juden spielen gemeinsam im Garten Eden, wie sie ihr Viertel nennen. Als jedoch die Deutschen 1939 in Polen einmarschieren, ändert sich schnell das Leben der Juden. Nach Ausgrenzungen und Demütigungen werden sie schließlich 1943 deportiert und landen nach einer brutalen, und auszehrenden Reise in Ausschwitz-Birkenau, wo das Schlimmste erst beginnen soll. 

Ich war beim Lesen nahezu durchgehend entsetzt über die Vorgehensweise der Nazis. Natürlich weiß ich einiges darüber, was damals passiert ist. Erst im letzten Jahr habe ich die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar besucht und bei einem sehr ausführlichen und interessanten Vortrag zugehört. Die Atmosphäre des Ortes auf dem Ettersberg hat mich sehr bedrückt und beeindruckt. Buchenwald wird dem Buch von Sam Pivnik übrigens ebenfalls erwähnt. Doch trotz allem Vorwissen war ich erneut schockiert, was Menschen anderen Menschen antun können, wozu sie in der Lage sind und das nur, weil jemand einer anderen Religion angehört. Kinder und Frauen wurden einfach so ins Gas geschickt und letztendlich viele Millionen Menschen für nichts und wieder nichts gequält und getötet. 

Nach der Ankunft in Ausschwitz wird auf der "Rampe" gleich selektiert. Der 17 jährige Sam verliert hier wahrscheinlich sofort seine Eltern und Geschwister, denn Frauen, Kinder und Männer, die zum Arbeiten nicht mehr zu taugen scheinen, werden ohne große Umwege in die Gaskammern geschickt. Von nun an werden die jüdischen Gefangenen schlechter wie Vieh behandelt, willkürlich wird brutal auf sie eingeschlagen, und bevor sie in ihre Unterkünfte gebracht werden, müssen sie sich einer weiteren, grausamen Prozedur unterziehen. Zuerst müssen sie eiskalt duschen, um sich danach nahezu sämtliche Körper-Behaarung wegscheren zu lassen, die dabei entstehenden Schnittwunden sollen noch längst nicht das Schlimmste sein. An dieser Stelle hätte ich heulen und das Buch an die Wand schmeißen können. Mir will einfach nicht in den Kopf, wie man Menschen so behandeln kann. Unendlich viele Juden, aber auch Nicht-Juden wurden wie Sam in KZs gesteckt, mussten grausame und unwürdige Behandlungen über sich ergehen lassen und körperliche Schwerstarbeit verrichten, ohne ausreichende Nahrung zu bekommen. Wer nicht mehr konnte wurde getötet, er war überflüssig. 

Sam Pivnik erzählt emotional, aber dennoch auch sehr gefasst über sein Schicksal im Konzentrationslager, bis er dieses 1945 verlassen hat. Nach dem sogenannten Todesmarsch, bei dem erneut viele Juden umgebracht wurden, bis hin zu einem kurzen Aufenthalt auf dem Schiff Cap Arcona, das von den Engländern in der Annahme bombardiert wurde, dass sich dort SS-Offiziere aufhalten würden, sollte Sam endlich frei sein. 

Sam Pivnik erzählt auch von der Zeit nach der Befreiung, von der Freiheit, sie sich zunächst sehr fremd anfühlt, Rachegelüste und von dem, was aus einigen Verantwortlichen geworden ist. Das Buch enthält einige geschichtliche Details und Fakten, die sehr interessant, erfreulich und erschütternd sind. 

Ich möchte dieses Buch jedem ans Herz legen, bitte denkt nicht, dass Ihr das nicht schon wieder durchkauen wollt, es ist eine wirklich sehr interessante Lebensgeschichte. Das Buch hat mich aufgewühlt, extrem wütend gemacht und an einigen Stellen kamen mir die Tränen, aber genauso soll es sein, die Millionen Juden haben es verdient gehört und nicht vergessen zu werden. Sam Pivnik gehört zu den immer weniger werdenden Überlebenden des Holocaust und erzählt seine eigenen Erfahrungen, die einen Ausschwitz und das Schicksal der Juden erschreckend nahe bringen. 

5star


Ich bedanke mich herzlich für dieses Rezensionsexemplar bei

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